Schoggi – unsere neue Währung

Am Freitag Vormittag machen wir uns früh auf, um unsere Schlafstelle (wir übernachteten in unseren Zelten in der iranischen Steppe östlich von Tabriz) Richtung Kaspisches Meer zu verlassen. Die Fahrt führt uns über das hohe Elburz-Gebirge (Berge bis zu 4’500 m ü. M.). Entsprechend wechselt das Klima von trocken karger Landschaft zu tief grünem Wald so weit das Auge reicht und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit auf der nördlichen Seite des Elburz-Gebirges. Dies lässt uns die Wärme noch mehr spüren und schon nach wenigen Minuten sitzen wir alle klatschnass im Auto und können mit Sicherheit sagen, dass unsere Klimaanlage ihres Namens unwürdig ist…

 

Nach einem exzellenten Mittagessen suchen wir uns einen Weg zum Kaspischen Meer, welches ca. 25 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Trotz hoher Wassertemperatur lassen wir uns ein kurzes Bad nicht nehmen.

 

Zurück auf der Strasse ist nicht mehr die Temperatur unser Hauptproblem: der Dieseltank neigte sich dem Ende zu. Unsere Rialreserven gingen uns aus und wir sind nur noch im Besitz von US Dollars, welche von den Tankstellen im Norden des Iran nicht angenommen werden. Während unseren Verhandlungen mit dem Tankstellenwart kommt ein Herr auf uns zu, der gerade mit seinem Sohn auf dem Weg ans Meer ist und bietet uns an, einen Drittel unseres Tanks auf seine Kosten zu füllen. Für die restlichen zwei Drittel können wir ihn mit US Dollars entschädigen. Wir können unser Glück kaum fassen und bedanken uns bei dem Herr mit Schweizer Schokolade für seine grosszügige Hilfsbereitschaft.

 

Um 17 Uhr treffen wir in Fuman Hamed (23, Psychologiestudent), welchen wir über die Plattform „Couchsurfing“ kennen gelernt haben, und fahren mit ihm zu seinem Elternhaus in einem kleinen Dorf ausserhalb der Stadt. Wir werden von ihm und seinen Eltern sehr herzlich empfangen, erhalten gleich eine Führung durch das 200 Seelen-Dorf und gelangen schlussendlich auf den Dorfplatz. Dort setzen wir uns zu der eifrig diskutierenden Männerrunde und werden sogleich mit Fragen zu Europa und der Schweiz gelöchert. Das sehr spannende Gespräch läuft nur über Hamed, da er der einzige englischsprechende Einwohner des Dorfes ist. Der Austausch mit dieser fremden Kultur ist wahnsinnig interessant und sowohl wir wie auch die Einheimischen haben grosse Freude an der Zusammenkunft. Kurz vor 21 Uhr löst sich die Gruppe auf um zu Hause das Nachtessen einzunehmen (Fastenbrechen). Die Mahlzeit war üppig und von der Mutter liebevoll zubereitet – wir füllen uns fleissig die Bäuche 🙂 Nach dem Nachtessen treffen wir die Männer des Dorfes wieder zum  Tischtennis.

 

Am Samstag fahren wir mit Hamed und seinem Freund Yussin nach Rasht um unser Geld in Rial zu wechseln. Der lokale Banker verwies uns freundlicherweise wegen des für uns günstigeren Kurses an ein nahe gelegenes Wechselbüro. Anschliessend machen wir uns nach Mosouleh auf, wo ein altes iranisches Dorf in eine steile Felswand gebaut ist. Die Bauweise ist zwar spannend, doch der Ort ist uns etwas gar touristisch.

 

Cheers – der Teheranbericht folgt bald!IMG_5222 - Arbeitskopie 2 IMG_5255 IMG_5267 IMG_5278 IMG_5338

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