Teheran City, Teheran.

Am späten Samstag Abend kommen wir mit leerem Tank in Tehran an (wir können rund um die Stadt kein Diesel auftreiben und entkommen nur knapp einer Katastrophe, als wir in letzter Sekunde merken, dass ein erlösorientierter und/oder unwissender Tankwart uns Benzin in den Tank füllen wollte) und werden herzlich von Abolf (25, aerospace engineer) und seinem Bruder Abbas (28, earthquake engineer) in ihrer WG empfangen. Den Hiace parkieren wir vor der zentral gelegenen Wohnung und verschieben unser Dieselproblem auf den Montag Abend. Die WG besteht zwar aus vier Personen, aber mit den anderen beiden (zwei fitnesscenterbegeisterte Psychologiestudenten) haben wir praktisch nichts zu tun.

Wir setzen uns ins Wohnzimmer, wo wir bei frischer Wassermelone über Tehran, den Iran und uns sechs zu diskutieren beginnen und kommen nach spannenden Gesprächen erst um 4 Uhr morgens ins Bett.

 

Nach einem kurzen Morgenessen führt uns Abolf zum „great basar“ in der Innenstadt und wir schlendern durch einen (kleinen) Teil des 200’000 Läden umfassenden Marktes. Nach kurzer Zeit spricht uns ein Händler an und beginnt uns unaufgefordert ein paar der ältesten Teile des Basars zu zeigen. Wenig später stehen wir natürlich in seinem Teppichladen und er verspricht uns, dass sich Teppiche sehr gut als Souvenir eignen. Um seine Seriosität zu unterstreichen behauptet er, viele europäische Botschafter zu kennen und zeigt uns ein Bild von ihm und einem „swiss minister“. Von uns vier erkennt leider niemand diesen „swiss minister“. Abolf erklärt ihm, dass er wohl wenig Erfolg haben wird und so schnell wir uns begegnet sind, so schnell gehen der Teppichverkäufer und wir wieder getrennte Wege. Ausserhalb des Basars kaufen wir uns schleunigst ein paar Flaschen Wasser, da wir nach 1.5h in der brütenden Hitze Tehrans bereits fast verdursten. Abolf bat uns, das Wasser diskret zu konsumieren und so verstecken wir uns (schon wieder :-)) in einer öffentlichen Toilette um unser Wasser zu trinken. Der Ramadan ist definitiv nichts für uns: Durst (Temperatur) und Hunger (aufgrund der vielen verlockenden food-Angebote) begleiten uns im Iran ständig…

 

Um eines der Wahrzeichen Tehrans zu besuchen nahmen wir die U-Bahn. Tehran hat ein gut funktionierendes U-Bahn-System, bestehend aus vier Linien. Trotz des etwas strengen Geruchs (auch das ist eine Auswirkung der Hitze) ist die Fortbewegung mit der U-Bahn eine super Sache und sehr preiswert. Spannend finden wir, dass jeweils der erste und der letzte Waggon eines U-Bahn-Zuges nur für Frauen reserviert ist. Diese können entscheiden, ob sie in die gemischten oder die „women only“ Waggons einsteigen möchten.

Beim angesprochenen Wahrzeichen handelt es sich um den Meidan Azadi (etwa „Platz der Freiheit“), ein riesiger Verkehrskreisel mit einer Parkanlage und einem imposanten Bauwerk. Anschliessend machen wir uns auf, um den Milad Tower zu erklimmen (per Lift ;-)) und die Stadt von über 280m Höhe zu überblicken.

 

Zum Znacht gibts Falafel und die Zeit bis zum WM-Final überbrücken wir mit einem iranischen Kartenspiel. Fussballtechnisch haben Abbas, Abolf und wir sehr viel gemeinsam: Wie gegen die Schweiz hat Argentinien auch gegen Iran in den letzten Spielminuten den Siegtreffer erzielt.

 

Am Montag erkunden wir nochmals weitere Teile des Bazars, inklusive der Imam-Khomeini-Moschee. Danach besuchen den sehr eindrücklichen Golestan-Palast. Die Parkanlage des Palasts ist mit viel Wasser und einem Rosengarten ausgestattet. Die Räumlichkeiten sind sehr prunkvoll eingerichtet und die Wände und Decken mit Mosaiken ausgeschmückt (oft mit Spiegelmosaiken).

Unser persönliches Highlight heute ist jedoch der Besuch des Barbiershops. Wir lassen uns frisieren und vor allem nach iranischer Art rasieren und werden so unserem Teamnamen wieder gerecht. Speziell hervorheben müssen wir hier noch den Effort von Laurent, der seinen blonden Schnauz der Corporate Identity zu liebe sogar dunkel färbt!

 

Nach einem letzten Nachtessen mit unseren neuen Freunden Abolf und Abbas sind wir nun wieder mit vollem Tank (die Tankwarnlampe leuchtete eine gefühlte Ewigkeit) auf dem Weg nach Isfahan im Süden des Landes. 

 

Obschon die Klimaanlage wahrscheinlich seit Beginn der Reise nicht funktioniert, merken wir es erst jetzt, als wir um 23 Uhr nachts bei 35°C durch iranisches Niemandsland fahren. Next task: A/C checken lassen!

 

Liebe Grüsse

Tobi, Adi, Hannes und LaurentIMG_5402 IMG_5430 IMG_5441 IMG_5444 IMG_5465 IMG_5480 IMG_5482 IMG_5490 - Arbeitskopie 2 IMG_5508 IMG_5559

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