8 Schokoladen für ein Halleluja!

Nach drei Tagen abseits der Zivilisation kommen wir rund um den Ysyk-Köl wieder in touristischere Gebiete. Kaum halten wir unser Fahrzeug an, bekommen wir durch die Fenster allerlei Kaufangebote.

Bevor wir den Zeltplatz suchen, gönnen wir uns ein Bad im Tuus Köl, einem sehr salzigen See. Der Körper schwimmt oben auf und Entspannung ist garantiert. Wie es die Locals auch tun, schmieren wir uns mit einem tiefschwarzen Schlamm ein, welcher offenbar heilende Wirkung haben soll. Das anschliessende, reinigende Bad im Ysyk-Köl ist mit Schlammresten und der weissen Salzkruste auf unserer Haut unabdingbar. Frisch gewaschen stellen wir unsere Zelte am Strand auf und kochen unser Nachtessen. Das Wellenrauschen des Sees wiegt uns danach wohlig in den Schlaf.

Nach einem Morgenbad setzen wir uns wieder ins Auto und erreichen am Freitag Nachmittag die kirgisische Hauptstadt Bishkek. Vor den Toren der Stadt ereignete sich ein Autounfall und die kirgisischen Automobilisten schaffen es, aus einer zweispurigen Strasse eine fünfspurige zu machen. Die Folge war eine chaotische und hupende Blechlawine. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und nehmen unser Mittagessen gemütlich zwischen angespannten Kirgisen auf der Hauptstrasse ein.

Bishkek ist eine Stadt ohne konkretes urbanes Zentrum – ein paar Parks und Prunkbauten aus Sowjetzeiten prägen das Bild jedoch sehr. Nach einer langen Suche richten wir uns in einem Hotelzimmer zu viert ein. Am Abend machen wir es wie die Einheimischen: nur wenige hundert Kilometer von der chinesischen Grenze pflegt man es, Karaokebars aufzusuchen. Es folgt ein musikalischer 1. Augustabend…

Am Samstag besuchen wir das Historical Museum der Stadt, welches seine Exponate leider ausschliesslich auf Kyrillisch angeschrieben hat. Trotzdem war es interessant die glorreiche Darstellung der Sowjetzeit zu sehen und vermutlich wurde seit dieser Zeit auch nichts mehr am Museum verändert. Nicht weniger imposant ist der aus tausenden Schiffscontainern bestehende Dordoi Basar, ein bedeutender Umschlagplatz für chinesische Importwaren. Am Abend gehen wir gemütlich essen und legen uns früh aufs Ohr – ohne Karaoke.

Am Sonntag steht wieder ein Grenzübergang an. An der kirgisisch-kasachischen Grenze müssen Fahrer & Passagiere das erste Mal auf unserer Reise auf getrennten Wegen über die Grenze. Tobi muss als unser Hauptfahrer alleine das ganze Auto aus- und wieder einräumen. Die Grenzbeamten möchten wissen, was sich in unseren Kanistern befindet. Auf die Antwort hin, dass dies unsere Tankreserven sind, sind sie der Auffassung, dass diese zu gross sind („Maximum one canister“). Die Busse („Money-Money“) geht dann aber vergessen, sobald die Beamten die Schweizer Schokolade entdecken. Mit acht Riegeln kauft sich Tobi somit nach Kasachstan, wo die drei Passagiere schon seit anderthalb Stunden warten.

Nach zwei Stunden Überlandfahrt durch die Steppe gelangen wir nach Almaty, wo uns ein noch nicht eröffnetes Hostel als Demo-Gäste kostenlos beherbergt. Während wir durch die Stadt fahren macht sich beim Toyota aber ein unbekanntes Geräusch bemerkbar, welches wir noch nicht genau zuteilen können. Wir müssen auf den nächsten Etappen wohl etwas weniger Musik hören und unsere Ohren auf das Auto fokussieren.

Den Sonntagabend lassen wir auf dem Hausberg Almatys ausklingen, auf welchen uns eine wohl seit Erstellung 1967 nicht überholte Seilbahn wider Erwarten heil hochbringt.

Am Montag kümmern wir uns um die obligatorische Touristenregistration, welche ein überraschend grösseres Unterfangen darstellt. Nach erfolgloser Suche nach dem zuständigen Amt führt uns unsere Hostelbesitzerin hin und hilft uns beim Ausfüllen der kyrillischen Formulare (auf Kyrillisch!). Frisch registriert sitzen wir nun in einem Café und geniessen den frühen Abend.

Morgen geht es weiter nach Norden, wir hoffen, dass wir dann das Geräusch des Autos nicht mehr hören oder andernfalls dessen Ursache etwas besser eingrenzen können.IMG_6320 IMG_6343 IMG_6349photophoto Kopie

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