Kasachstan: Plattfuss & Taxi Gault-Millau

Da wir über Russland in die Mongolei einreisen werden, durchqueren wir Kasachstan von Süden (Almaty) nach Norden (Semey). Bereits ein Blick auf die Karte lässt uns die Bevölkerungsdichte erahnen: die wenigen Dörfer an der Hauptstrasse sind fast ausgestorben und nur wenige besitzen überhaupt einen Laden. So kaufen wir bei jeder Gelegenheit genügend Wasser und Nahrungsmittel ein – die Eier für ein adäquates Frühstück fanden wir bisher jedes Mal.

Unser Ziel ist es, ca. 400 Kilometer pro Tag zu fahren. Die schlechten und teilweise ungeteerten Strassen sind nur teilweise Grund für diese relativ kurze Strecke. Wir müssen zugeben, dass aufstehen und schnelles zusammenräumen nicht zu unseren Stärken gehören. Dafür das Auftischen eines stärkenden Frühstücks umso mehr!

Nach zwei Nächten in der kasachischen Steppe kommen wir am Donnerstag Abend in Semey an. Etwa 100 Kilometer vor der Stadt platzt unser linker Hinterreifen. Das Befahren von Schotterpisten fordert nun, nachdem es tausende Kilometer gut gegangen ist, seinen Tribut. Die Montage unseres Ersatzrades ist aber kein Problem. In Semey finden wir sogar eine Garage, die uns Reifen verkauft. Wir ersetzen unser Reserverad und sind wieder voll fahrtüchtig.

Semey liegt nur wenige Kilometer nördlich des grössten ehemaligen Atomwaffentestgeländes der Sowjetunion. Bis 1991 wurden beinahe 500 Testbomben gezündet und die Denkmäler und Museen von Semey sind meistens dem katastrophalen Testprogramm gewidmet. Heute ist die Strahlenbelastung in Semey wieder auf einem unbedenklichen Niveau. Reiseagenturen in der Stadt bieten Touren in das Gelände an, wovon wir zuerst sehr angetan sind. Nach mehreren Gesprächen mit ein paar Locals – mitunter auch vermeintliche Ärzte – müssen wir von der Idee aber abweichen; das Strahlenniveau ist an einzelnen Stellen im Gelände noch viel zu hoch.

Wie so oft auf unserer Reise sind Taxifahrer unsere Michelin-Führer. Wir fragen einen Fahrer nach einem Restaurant, das Lagman (zentralasiatisches Nudelgericht) und Manty (ähnlich Dim-Sum) serviert und lassen ihn uns dort hinfahren. Das von ihm erlesene Restaurant führt zwar keinen unserer Wünsche auf der Karte auf, dafür scheint der Fahrer die Wirtin zu kennen. Nichtsdestotrotz geben wir uns auch mit einem azerbaidschanischen statt kasachischen Restaurant zufrieden und geniessen den Abend.

Am Freitag möchten wir das alte Feuerwehrmagazin, das anatomische Museum und das Atomdenkmal besuchen. Einigermassen erfolglos geht der Tag jedoch aus: Das Feuerwehrmagazin haben wir nicht gefunden und das Museum hat geschlossen. Immerhin ist auf das Denkmal verlass. Am Abend treffen wir in einem Restaurant auf ein kasachisches Ehepaar, er ist ein Ranghoher im kasachischen Militär, sie arbeitet als Richterin. Auf ihren Vorschlag hin fahren wir den ganzen Abend durch die Stadt und lassen uns Verschiedenes erklären. Zwischen den Stopps bestimmt laute kasachische Musik den Takt…

Heute gehen wir an die Grenze nach Russland, offenbar ein problemloser Übertritt, wir werden jedoch sehen…IMG_6378 IMG_6393 IMG_6394 IMG_6446 IMG_6466

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